Privatkredite
Ratenversicherung: Schutz für Ihre Kreditraten – ehrlich erklärt
Die Ratenversicherung (auch Zahlungsschutzversicherung oder Restschuldversicherung genannt) ist ein freiwilliger Zusatzschutz zu Ihrem Privatkredit. Sie übernimmt Ihre monatlichen Kreditraten, wenn Sie unverschuldet Ihren Job verlieren oder durch Krankheit oder Unfall vollständig arbeitsunfähig werden.
Der Abschluss ist freiwillig – Ihr Kredit ist auch ohne sie erhältlich. Damit Sie wissen, was Sie kaufen, erklären wir hier transparent, was die Versicherung leistet und wo sie nicht greift.
Was ist versichert?
Die Versicherung deckt zwei Situationen:
- Vollständige Arbeitsunfähigkeit durch Krankheit oder Unfall – Ihre Kreditrate wird übernommen, solange Sie zu 100% arbeitsunfähig sind.
- Unverschuldete Arbeitslosigkeit – wenn Ihnen gekündigt wird und Sie ALV-Anspruch haben, übernimmt die Versicherung Ihre Rate.
Je nach Anbieter und Bank können weitere Module enthalten sein (z.B. eine monatliche Zusatzzahlung zu Ihren Gunsten).
Was Sie wissen müssen, bevor Sie unterschreiben
Nur 100% ist 100%
Die Versicherung zahlt ausschliesslich bei vollständiger Arbeitsunfähigkeit. Wer zu 50% oder 80% arbeitsunfähig ist, erhält nichts. Das ist der häufigste Grund, warum Leistungsansprüche scheitern.
Karenzfrist und Wartefrist
Zwei Fristen, die oft verwechselt werden:
- Karenzfrist (typisch 3–6 Monate): Ab Versicherungsbeginn sind Sie noch nicht gedeckt. Was in dieser Zeit passiert, zählt nicht.
- Wartefrist (typisch 30–90 Tage): Nach Eintritt eines Schadenfalls zahlt die Versicherung erst nach Ablauf dieser Frist – und nicht rückwirkend.
Der Versicherungsschutz endet automatisch
Spätestens am 65. Geburtstag, bei Pensionierung, bei Reduktion auf unter 25 Arbeitsstunden pro Woche, bei Wegzug ins Ausland oder wenn das versicherte Arbeitsverhältnis endet.
Was nicht gedeckt ist
Die Ausschlüsse sind der kritische Teil. Hier lohnt sich genaues Lesen:
Bei Arbeitsunfähigkeit nicht gedeckt:
- Teilweise Arbeitsunfähigkeit (alles unter 100%)
- Vorbestehende Leiden aus den letzten 2 Jahren vor Versicherungsbeginn
- Psychische Erkrankungen – ausser sie sind durch eine psychiatrische Fachperson bestätigt (Hausarzt-Attest reicht nicht)
- Rückenschmerzen, Nackenschmerzen, Bandscheibenvorfälle – ausser durch bildgebende Verfahren (MRT, CT) objektivierbar
- Vorsätzliches Handeln, schwere Alkohol-/Drogenabhängigkeit
- Arbeitsunfähigkeit ausserhalb einer Erwerbstätigkeit
- Mutterschaftsurlaub
Bei Arbeitslosigkeit nicht gedeckt:
- Eigenkündigung oder selbstverschuldete Entlassung
- Befristete Arbeitsverträge (Ende = kein Versicherungsfall)
- Kündigung in der Probezeit oder Lehrzeit
- Selbständige, Geschäftsinhaber, geschäftsführende Teilhaber
- Teilweise Arbeitslosigkeit
- Kein ALV-Anspruch in der Schweiz
- Wer vor Versicherungsabschluss von der bevorstehenden Kündigung wusste
Wann lohnt es sich – und wann nicht?
Sinnvoll, wenn:
- Sie Alleinverdiener sind und keine Reserven für 3–6 Monatsraten haben
- Sie in einer Branche mit Entlassungsrisiko arbeiten
- Der Kreditbetrag im Verhältnis zu Ihrem Einkommen hoch ist
Weniger sinnvoll, wenn:
- Sie selbständig sind (Arbeitslosigkeitsschutz entfällt komplett)
- Ihr Arbeitgeber bereits eine gute Krankentaggeldversicherung bietet
- Sie genug Reserven haben, um eine Durststrecke zu überbrücken
- Die Prämie den Kredit unverhältnismässig verteuert
Gut zu wissen
- Sie haben nach Abschluss ein 14-tägiges Widerrufsrecht – schriftlich, ohne Begründung.
- Die Versicherung kann oft mit 1-3 Monaten Frist auf Monatsende gekündigt werden.
- Die Konditionen hängen davon ab, mit welcher Versicherungsgesellschaft die Bank zusammenarbeitet – lassen Sie sich die Details zeigen, bevor Sie unterschreiben.
Unsere Empfehlung
Lassen Sie sich vor dem Abschluss beraten. Wir haben viele Fälle erlebt und beide Seite gesehen, mit oder eben ohne Versicherung. Am Ende des Tages war jeder, der sich für die Versicherung entschieden hat und in eine der Situationen gekommen ist, welche die Versicherug abdeckt richtig froh darüber war diese zu haben. Oft vergessen dies Kunden, weil die Versicherungsprämie in der Rate integriert ist und wenn etwas passiert, ist die Erleichterung umso grösser. Und diejenigen, welche eine Versicherung abgelehnt haben, trotz aller Faktoren die für eine gesprochen haben, mussten wir dann durch schwierige Zeiten begleiten, was uns immer sehr leid tut.
Häufige Fragen
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