Bonität

Bonitätsprüfung in der Schweiz: So läuft sie ab

Redaktion AS Finanz·12. März 2026·6 Min. Lesezeit

Eine Bonitätsprüfung ist ein zentraler Bestandteil jedes Kreditantrags in der Schweiz. Sie dient dazu, die Kreditwürdigkeit des Antragstellers zu beurteilen. Erfahren Sie hier, wie die Prüfung abläuft, welche Faktoren eine Rolle spielen und wie Sie Ihre Bonität verbessern können.

Was ist eine Bonitätsprüfung?

Die Bonitätsprüfung (auch Kreditwürdigkeitsprüfung) ist ein Verfahren, bei dem ein Kreditgeber die finanzielle Zuverlässigkeit eines Antragstellers bewertet. Ziel ist es festzustellen, ob der Kreditnehmer in der Lage sein wird, den Kredit vertragsgemäss zurückzuzahlen.

Welche Faktoren werden geprüft?

Bei der Bonitätsprüfung werden folgende Faktoren berücksichtigt: Ihr monatliches Einkommen und Beschäftigungsverhältnis, bestehende Kredite und Leasingverträge (ZEK-Abfrage), Einträge im Betreibungsregister, Einträge bei Wirtschaftsauskunfteien (schlimmer Name — finden wir auch) wie z.B. CRIF oder INTRUM, Ihre monatlichen Fixkosten und Ausgaben, Ihr Wohnsitzstatus und Aufenthaltsbewilligung sowie die Stabilität Ihrer Beschäftigung.

Die ZEK-Abfrage und warum niemand von IKO redet

Wenn Sie in der Schweiz einen Kredit beantragen, wird eine "ZEK-Abfrage" gemacht — so sagt es jeder Berater, jede Bank, jeder Kunde. Was kaum jemand weiss: Eigentlich ist es die IKO (Informationsstelle für Konsumkredit), die gesetzlich vorgeschrieben ist — die ZEK ist nur ein freiwilliger Verein. In der Praxis spielt das keine Rolle, denn beide Systeme werden von der gleichen Geschäftsstelle in Zürich betrieben. Der Begriff "ZEK-Abfrage" hat sich schlicht durchgesetzt, obwohl die IKO das gesetzliche Rückgrat ist — ein bisschen so, als würde die ganze Schweiz "Tempo" sagen, obwohl sie ein No-Name-Taschentuch in der Hand hält.

Wie kann ich meine Bonität verbessern?

Bezahlen Sie bestehende Rechnungen immer pünktlich. Prüfen Sie Ihre eigenen Einträge bei den Datenbanken. Lassen Sie falsche Einträge löschen. Vermeiden Sie mehrere gleichzeitige Kreditanfragen. Stellen Sie sicher, dass Ihre Angaben im Antrag korrekt und vollständig sind.

Häufige Fragen

Schadet eine Kreditanfrage meiner Bonität?
Jedes Kreditgesuch, das bei einer Bank eingereicht wird, wird bei der ZEK registriert und ist für andere Banken sichtbar. Mehrere Anfragen bei verschiedenen Banken in kurzer Zeit werden als Risikosignal gewertet — Banken sehen das als Zeichen, dass der Kunde dringend Geld braucht, und lehnen ab. Über uns anzufragen hat zwei Vorteile: Erstens prüfen wir Ihre Situation vorab — wenn wir sehen, dass es aktuell nicht reicht, leiten wir den Antrag nicht weiter und es entsteht kein ZEK-Eintrag. Zweitens platzieren wir bei einer positiven Einschätzung genau eine Anfrage bei der passenden Bank — statt dass Sie selbst bei mehreren Banken anfragen und überall einen Eintrag hinterlassen.
Ist die Bonitätsprüfung obligatorisch?
Nein. Die Bonitätsprüfung (CRIF-Score, Zahlungshistorie) ist eine freiwillige Risikoentscheidung der Bank. Gesetzlich vorgeschrieben ist nur die Kreditfähigkeitsprüfung (Budgetberechnung gemäss KKG). In der Praxis führen Banken aber immer beides durch.
Kann ich meine Bonität selbst einsehen?
Ja. Sie können bei CRIF, ZEK, IKO, Intrum und dem Betreibungsamt eine Selbstauskunft verlangen. So sehen Sie, welche Daten über Sie gespeichert sind — und können fehlerhafte Einträge korrigieren lassen, bevor Sie einen Kreditantrag stellen.
Was ist der CRIF-Score?
Eine Bonitätsbewertung von CRIF auf Basis von Adressdaten, Betreibungsinformationen und weiteren Quellen. Werte über 480 gelten als gut, über 550 als ausgezeichnet. Unter 400 lehnen die meisten Banken automatisch ab. Kunden kennen ihren eigenen Score in der Regel nicht — CRIF gibt keine direkten Auskünfte an Konsumenten über den Score-Wert.
ZEK-Eintrag erklärtKreditfähigkeit berechnenZum Kreditrechner

Neugierig, was Ihr Kredit kosten würde?

Monatsrate in 30 Sekunden berechnen — ohne Anmeldung.

Kreditrechner