Kurz gesagt: Massgebend ist nicht Ihr Bruttolohn, sondern Ihr frei verfügbares Einkommen — der Betrag, der nach allen anrechenbaren Kosten übrig bleibt. Genau ihn prüft die Bank nach dem Konsumkreditgesetz (KKG), bevor sie einen Kredit spricht. Wir zeigen Ihnen, wie diese Berechnung funktioniert, welche Posten zählen und wie sich daraus Ihr Maximalkredit ergibt — mit dem Rechner oben sehen Sie Ihren Rahmen in Sekunden.
So prüft die Bank Ihre Kreditfähigkeit
Ob ein Kredit für Sie tragbar ist, ermitteln Banken mit einer standardisierten Budgetberechnung — in der Schweiz meist über das KREMO-System (CRIF/X-Lease). Das Prinzip ist simpel: Von Ihrem anrechenbaren Nettoeinkommen werden sämtliche festen Lebenshaltungs- und Wohnkosten abgezogen. Was übrig bleibt, ist Ihr frei verfügbares Einkommen, auch pfändbare Quote genannt.
Diese Quote ist der Massstab: Zurückzahlen dürfen Sie einen Kredit nur aus diesem frei verfügbaren Teil. Die Berechnung stützt sich auf das Kreisschreiben zum betreibungsrechtlichen Existenzminimum — dieselbe Grundlage, die bei einer Lohnpfändung greift.
Anrechenbar ist Ihr Nettolohn samt 13. Monatslohn, Bonus, Provisionen und Zulagen. Die Formel dahinter:
Anrechenbares Nettoeinkommen
− Grundbetrag
− Fixkosten
= Pfändbare Quote / frei verfügbares Einkommen.
Welche Kosten die Bank abzieht
Einer der grossen Abzüge ist der monatliche Grundbetrag. Er deckt Grundbedürfnisse wie Essen, Kleidung, Hygiene und Kommunikation pauschal ab und richtet sich nach Haushalt und Wohnkanton: rund CHF 1'200 für Alleinstehende, rund CHF 1'700 für Ehepaare, eingetragene Partnerschaften und Familien. Pro Kind kommen je nach Alter CHF 400 (bis 12 Jahre) oder CHF 600 (ab 12 Jahren) dazu — einzelne Kantone wie St. Gallen oder Schwyz rechnen mit leicht abweichenden Beträgen.
Dazu zieht die Bank Ihre persönlichen Fixkosten ab: Miete oder Eigentumskosten inklusive Amortisation, Krankenkasse, Steuern (Quellensteuer nach kantonaler Tabelle), laufende Kredite und Kreditkarten, Leasing, auswärtige Verpflegung, Arbeitsweg, Kinderbetreuung sowie Alimente.
Ein Hinweis für Ihre eigene Planung: Der Grundbetrag ist eine Pauschale. Für Ihr realistisches Budget sollten Sie Abos, Freizeit, Auswärtsessen und Sparbeiträge zusätzlich einrechnen — Posten, die in der Bankrechnung nicht einzeln erscheinen, Ihren Alltag aber sehr wohl prägen.
Die 36-Monats-Regel und Ihr Maximalkredit
Aus der pfändbaren Quote ergibt sich Ihr Maximalkredit. Das KKG verlangt, dass ein Kredit rechnerisch in 36 Monaten tragbar ist — selbst wenn die tatsächliche Laufzeit länger läuft. Deshalb rechnen die meisten Banken so:
Maximalkredit = (pfändbare Quote × 36 Monate) − Zinskosten über 36 Monate
Ihr frei verfügbares Einkommen muss also die Monatsrate tragen. Ein Beispiel in die umgekehrte Richtung — Sie wünschen eine kurze Laufzeit: Reicht es für eine Wunschlaufzeit von zum Beispiel 24 Monaten nicht, erhalten Sie den Kredit über 36 Monate mit tieferer Rate. Schneller zurückzahlen dürfen Sie jederzeit — das Resultat bleibt dasselbe, nur die vertragliche Rate bleibt tragbar.
Ein Rechenbeispiel
Konkret: Bei einem anrechenbaren Nettoeinkommen von rund CHF 8'400 (mit 13. Monatslohn und Zulagen) und anrechenbaren Ausgaben von rund CHF 7'300 bleiben rund CHF 1'100 pro Monat frei verfügbar.
Über 36 Monate und nach Abzug der Zinskosten entspricht das einem Maximalkredit von rund CHF 34'000. Fällt der von der Bank gewährte Zins tiefer aus, liegt der mögliche Betrag entsprechend höher. Ihre genauen Zahlen ermitteln Sie am schnellsten mit dem Rechner oben — oder im Kreditrechner.
Der Zinssatz macht den Unterschied
Der Zinssatz entscheidet, wie viel Ihrer Rate in die Tilgung und wie viel in die Zinsen fliesst. Über AS Finanz erhalten Sie Angebote mit einem effektiven Jahreszins von 4.9 % bis 9.95 % — je nach Bonität und Profil.
Tipps für die richtige Kredithöhe
Nehmen Sie nur so viel auf, wie Sie wirklich brauchen — auch wenn Ihr Maximalkredit höher liegt. Stellen Sie vorab Ihr eigenes Budget auf und wählen Sie eine Rate, die auch in teuren Monaten sitzt, etwa zum Jahresende oder im Januar. Eine längere Laufzeit senkt die Monatsrate, erhöht aber die Gesamtkosten durch mehr Zins.
Weil Sie jederzeit mehr, aber nie weniger einzahlen dürfen, lässt sich dieses Zinsrisiko mit guter Planung klein halten — etwa durch gelegentliche Sonderzahlungen.